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Nothing happens

Installation

2 Projektionen

Sound

Künstlerbuch

(Künstlerische Forschungarbeit)

 

2015

 

Ausstellungsansicht CONSEQUENTIAL CHOICES, Versions of Atlas Making, AIL Vienna, Mai 2015

 

“Nobody comes, nobody goes.  It’s awful.”  (Samuel Beckett, Waiting for Godot)

 

Die Installation kreiert eine Wartesituation - eine Endlosschleife nicht eintretender Ereignisse. Zwei Videoprojektionen von leeren Warteräumen gestalten einen Raum, der durch das gleiche Mobiliar im Raum gespiegelt wird. Die Erwartung eines Ereignisses im Video wird nicht erfüllt: Die Warteräume bleiben leer, keine Akteure betreten die Bühne. Diese Situation wird auch im Buch mit den gleichen Aufnahmen wieder erschaffen, begleitet von Texten, Erkenntnissen und Forschungsergebnissen zum Warten, generiert durch Interviews, Befragungen und Beobachtungen.

Es geht eine Dringlichkeit vom Warten aus, vor allem im medizinischen Kontext.  Ängste, Befürchtungen und Unannehmlichkeiten machen das Warten schlimmer, vor allem wenn Patienten sich unfair behandelt fühlen oder nicht nachvollziehen können, warum jemand vor ihnen aufgerufen wird.  Warten bedeutet, dass ein zukünftiges Ereignis erwartet wird und da es in dieser Zwischenzeit keine anderen Tätigkeiten gibt, fühlt sich die so verbrachte Zeit leer an. So kann sich die wartende Zeit schnell wie eine Ewigkeit anfühlen – es ist kein Ende in Sicht. Das Selbst kann die verbrachte Zeit nicht nutzen, da es auf das zukünftige Ereignis fixiert ist. Ein Gefühl von Abhängigkeit und Fremdbestimmtheit stellt sich ein.  Warten ohne Selbst-Reflexion bedeutet die Auflösung des Selbst, während Warten mit Selbst-Reflexion sich der Auflösung bewusst wird. Diese Bewusstheit referenziert mit dem Bewusstsein über die eigene Endlichkeit. Somit wird die mit Warten verbrachte Zeit unter diesen Bedingungen als skandalös empfunden. Deshalb hat Warten, vor allem beim Arzt oder im Spital, immer etwas Existenzielles.