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Measuring the Human Landscape

Serie, 3 Zeichnungen

Zeichnung, Bleistift und Buntstift auf Japanpapier, gefalten

Größe: 65 x 80 cm (ohne Rahmen)

Zeichnung, Bleistift und Buntstift auf Schnittmusterpapier

Größe 2er-Serie: 71x50 cm (ohne Rahmen)

 

2016

 

Ausstellungsansicht impact hub Vienna

Oktober 2016

(c) photo by Iza Hegedüs

 

„Man kann daher die Teilung des Kontinuums nicht mit der des Sandes in Körner vergleichen, sondern mit in Falten gelegtem Papier oder Stoff, so daß es unendlich viele Falten geben könnte, die einen kleiner als die anderen, ohne daß sich der Körper jemans in Punkte oder Minima auflöste“. (Gilles Deleuze, Die Falte)

 

Ausgangspunkt für diese Serien an Zeichnungen sind gefaltete und zerknüllte Papiere. Angelehnt an Deleuzes Aussage „Subjektivierung vollzieht sich durch Faltung“ werden Falten als Einwirkungen und Manipulationen von außen verstanden, aber auch innere Entwicklungen in Relation zur Außenwelt.

All das macht den Prozess der Individualisierung aus. Papier dient als Trägermaterial der Einflüsse von außen und steht stellvertretend für die Ideen, Vorstellungen, Zuschreibungen, die auf ein Individuum im Laufe eines Lebens einwirken.

Im Zeichenprozess vollzieht sich eine Formfindung der Faltungslinien und Brüche. Im weiteren Verlauf werden die gezeichneten Formen immer wieder übereinander gelegt, neu gezeichnet und kombiniert. Dies geschieht in einem langsamen, organischen Prozess des Wachsens der Zeichnung, des Faltens und Entfaltens. Die Auswahl der Formen und die Entscheidung über deren Anordnung imitiert den Bewusstwerdungsprozess dessen, welche Ideen und Einflüsse im Selbst ihren Platz eingenommen haben und eventuell neu arrangiert werden müssen.

Diese Vermessungen des Selbst mit ihren stellenweisen Verdichtungen und Freiräumen zeigen sich als Landkarten der Individualisierung.