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Maschinen - Radierung, Heliogravüre - Michaela Putz 2015

Maschinen

Serie, modular

Radierungen, Heliogravüre

jeweils 21x14,8 cm

 

2015

 

Ausstellungsansicht Blütengasse, 1030 Wien

Juni 2015

 

„Es geht im Folgenden nicht nur um das, was die Einzelnen tun sollen und wie sie dazu in die Lage versetzt werden, sondern auch darum, dass ihre Anstrengungen immer wieder fehlgehen und sie den Anforderungen niemals vollends genügen können.“ (Bröckling, Das unternehmerische Selbst)

 

Über Lifestyle-Magazine werden Maßstäbe aufgestellt, wie man heute leben soll: Es gibt Ratschläge zu Aussehen, Beziehung, Körper, Sexualität, Beruf, Privatleben, Gefühlsleben, Ernährung, Familie, Kinder etc. Viele dieser Forderungen sind gegensätzlich bzw. nur sehr schwer vereinbar. Fortwährende Selbstoptimierung ist die Forderung, das Scheitern in diesem System jedoch immanent: Diese Grammatik des Regierens wird in meinen aktuellen Arbeiten behandelt, deren Titel „Maschinen“ sich auf die Verwendung dieses Begriffs von Gilles Deleuze (Maschinen als gesellschaftliche Praktiken) bezieht. Papier wird dabei Austragungsort der Auseinandersetzung: Die Seiten von Lifestyle-Magazinen als Trägermaterial von Ideen, die transportiert werden, werden selbst Manipulationen unterzogen und Anstrengungen ausgesetzt. Daraus ergibt sich eine wachsende Anzahl an Zeichnungen, die immer neu arrangiert werden können: Im Hinblick auf ein geschlossenes System, das zwar kritisiert werden kann, dies sogar möchte, aber nicht verlassen werden kann. Die Absurdität des Unterfangens, all den Forderungen zu genügen, wird durch die Gegenüberstellung der Zeichnungen mit Fotografien erreicht, in welchen ich versuche, die Verrenkungen und Verbiegungen des Papiers nachzuahmen: also nachzustellen, welche unbequemen Positionen man eingehen müsste, um den geforderten Idealen zu entsprechen.