Michaela Putz

Körperkartographien

Serie, 2 Collagen

Bleistift auf Papier, Transparentpapier, genäht, Buntstift

Größe: jeweils 42 x 29,7 cm

 

2016

 

„Der lebendige Organismus dagegen hat, dank der Präformation, eine innerliche Bestimmung, die ihn von Falte zu Falte übergehen läßt oder die ins Unendliche Maschinen aus Maschinen konstituiert.“ (Gilles Deleuze, Die Falte) 

 

Die Collagen greifen formale Elemente von Karten auf, wie abstrahierte Raster sowie die Linien des Wasserverkehrs – sowohl gezeichnet, als auch mit Fäden in das Papier eingenäht. Die Textkörper im Hintergrund sind Zeichnungen von Papieren, welche durch Falten, Knüllen und Verbiegen in eine körperähnliche Form gebracht wurden. Falten als unscharfe Objekte, die eine kontinuierliche Fläche in Sequenzen unterteilen, entziehen sich Kategorisierungen wie oben und unten oder innen und außen, sondern lassen diese Gegensätze vielmehr zu Übergängen verschmelzen. Die Genealogie der Faltung laut Plattentektonik lautet: von der Welle zum Knick zum Bruch.  Diese Brüche und die damit einhergehende fehlende Einordenbarkeit von Objekten sind Inhalt der Arbeiten, die um Textausschnitte aus Gilles Deleuze’s „Die Falte. Leibniz und der Barock“ ergänzt wurden.